Todesurteil für den Mythos Porsche?

20. August 2009 von kaestner

Porsche ist nicht nur ein hoch profitables Unternehmen (wenn sie sich nicht grad an der Börse verzocken), sondern auch eine starke Marke, ja gerade zu ein Mythos.

Sind wir ehrlich:
Nahezu jeder Mann will einen Porsche fahren.
Dass die meisten sich das nie leisten können machte den Mythos erst so stark.

Wenn so ein exklusiver, hochpreisiger Sportwagenhersteller von einem Massenhersteller wie VW übernommen wird, wächst die Gefahr, dass diese jahrelange Imagepflege verwässert wird (es ist einfach ein komplett anderer Markt und die Manager denken komplett anders).

Dass das Todesurteil aber so schnell öffentlich formuliert wird,
ist aber doch einfach nur erschreckend.

VW plant offenkundig den Line-Extension-Wahn, der meiner Meinung nach zu dem Ausmaß der Auto-Krise beigetragen hat, direkt bei Porsche anzuwenden:

Der Luxuswagenhersteller Porsche soll nach dem Willen des künftigen Eigentümers Volkswagen mehr Modelle und auch kleinere Autos bauen.

„Die Fantasie ist da groß, aber vorstellbar wäre ein Fahrzeug unterhalb Porsches bislang kleinstem Modell, dem Boxster“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn, dem „Manager Magazin“:

 “Auch für den Cayenne könnte ich mir einen kleinen Bruder denken. Auch der Panamera bietet Möglichkeiten für ein zusätzliches Modell.“

Also bald umweltfreundliche Familien-Porsche für alle?!

Umsatzkiller Line-Extension

Das das nicht funktioniert sollten alle VW-Manager durch den Reinfall mit dem Luxus-Modell Phaeton gelernt haben. Ein totaler Reinfall.

Ich hatte das Thema ja schon mal am Beispiel Mercedes & Porsche dargestellt. Mercedes hat seine Marke mit Line-Extensions in nahezu alle Kategorien ausgedehnt („Mercedes = Luxuslimousine“ ist nicht mehr). Porsche blieb streng fokussiert auf teure Sportwagen. Der steigende Absatz spricht klar für die Fokussierung:

nz-2006

Armer Mythos Porsche.

Mehr bei FTD

Frankfurter Fisch.

5. August 2009 von kaestner

via adfreak

Facebook verliert gegen StudiVZ – und gewinnt trotzdem?

16. Juni 2009 von kaestner

Prozess verloren

Facebook hat den Plagiat-Prozess gegen StudiVZ verloren.

Begründung: Als StudiVZ gegründet wurde, war Facebook in Deutschland noch nicht bekannt. Daher durften sich die StudiVZ-Macher durchaus „inspirieren lassen“ und den Aufbau von Facebook „nachahmen“.

Nach gesundem Menschenverstand leuchtet diese Begründung auch ein.

PR gewonnen

Also waren alle Anstrengungen von Facebook umsonst? Ich finde nicht. dieser Prozess hat enorme PR geschaffen und dabei drei Kommunikationsziele von Facebook erfüllt, die für den Erfolg grundlegend sind:

1) Der Name war allgegenwärtig was die Bekannheit rapide ausgebaut haben dürfte.

2) Die Botschaft „Facebook ist dasselbe wie StudiVZ“ wurde kommuniziert und dürfte vielen StudiVZlern die Grundangst genommen haben, dass FB etwas „komplett anderes“ ist.

3) Der Hinweis, das Facebook „the real thing“ und globaler Marktführer ist, dürfte zudem den Verdacht genährt haben, dass das Original ziemlich gut sein muss.

Steigender Marktanteil dank überzeugendem Produkt

Die letzte Etappe – Nutzer von StudiVZ zu Facebook zu locken und dort zu behalten – erledigt ein deutlich ausgereifteres Produkt „Facebook“.

Die Unfähigkeit von StudiVZ ihr Basis-Netzwerk durch sinnvolle Funktionen zu erweitern, die die Netzwerkler unterhalten und am „netzwerken“ halten dürfte nicht nur bei mir in den letzten Monaten genügend Langeweile und Unzufriedenheit aufgebaut haben, um mal was neues zu probieren.

Also habe ich zu Facebook gewechselt. Und viele andere machen es wohl ähnlich, wenn man sich Google-Trends anschaut (Anzahl der Suchfragen nach beiden Netzwerken):

facebook_vs_studivz

Kokain-Spuren in Red Bull Cola?

12. Juni 2009 von kaestner

Schleppender Markterfolg

Meine subjektive Einschätzung sagt, dass die Cola-Erweiterung von Red Bull hierzulande bisher kein großer Markterfolg ist: Ich seh so gut wie niemanden das Zeug trinken. Ab und zu ja, aber für die meisten scheint es keine echte Konkurrenz zu Coca Cola zu sein.

Derzeit werden wohl „weltweit 100 Mio. Dosen jährlich abgefüllt“ (= auch verkauft?). Klingt viel – ob es reicht um das Ziel zu erreichen, in 4 Jahren „genauso viel Umsatz wie Red Bull selbst zu machen“ ist fraglich.

Kokain-Spuren – Fluch oder Segen?

Nun scheinen die Dosen aus vielen deutschen Supermarkt-Regalen verschwunden zu sein:
es wurden minimale Spuren von Kokain entdeckt.

So eine Auslistung und die Publicity dazu könnte natürlich das Aus bedeuten:
Auch nachdem das ganze wissenschaftlich als unbedenklich deklariert wurde, bleiben viele deutsche Regale wohl weiterhin ohne Red Bull Cola Dosen.

Es könnte natürlich auch die Initialzündung zum Erfolg sein:
Die Red Bull Cola ist (trotz ihrer Natürlichkeit und dem Bionade-Spirit) ein eher „normales“ Produkt  über das man nach dem ersten Hype nicht mehr groß reden wollte. Aber wenn da Kokain drin ist, könnte das eine klare Differenzierung zur braven Coca-Cola sein…

Laut diesem Blogpost geben Szenegastronomen in Österreich eine Vervierfachung der Umsätze nach Bekanntwerden der Kokain-Spuren an.

Neu ist das ganze freilich nicht
Red Bull’s Erfolg basierte ja auch auf gigantischer Mundpropaganda, die die geheimnisvollen unbekannten Inhaltsstoffe generierten. Auch Red Bull war in Deutschland anfangs verboten und wurde „heimlich“ importiert.

Kokain-Spuren in der Cola – mit diesem Problem hatte Coca-Cola früher auch zu kämpfen. In dem Buch „For God, country and Coca-Cola“ heißt es, dass der Konzern Jahre brauchte, bis er auch die letzten Spuren ausschließen konnte . Von offizieller Seite wurde die Existenz von Kokain-Spuren stets bestritten.

Kult: Hot & Cold – Russian Style

25. April 2009 von kaestner

Aus einem  Charterfolg wird ein Kulthit:

Originial vs. Russian Cover:

Qualitätstracking in Google Trends.

31. März 2009 von kaestner

googletrends

Mit Google Trends lässt sich für jedes Suchwort das Suchvolumen im Zeitverlauf, nach Region, uvm. anzeigen.

Oben ein Vergleich der Suchanfragen, bei denen Leute ein „Problem“ mit verschiedenen Betriebssystemen hatten (XP, Vista und Appel’s OS X)

Wir interpretieren:

1) XP konnte 2005 & 2006 deutlich verbessert werden
(sei es durch nun durch Verbesserungen in XP, besseres Softwareangebot oder intelligentere Nutzer)

2) Vista schaffte aus dem Stand mehr Probleme als sein Vorgänger

3) Zum Jahreswechsel gibt es immer kleine Problem-Peaks
(Weil jeder zwischen den Jahren die freie Zeit am PC statt mit Familie verbringt?)

4) Apple’s Betriebssystem scheint nahezu keine Probleme hervor zu rufen
(oder nutzen es wirklich so wenige?)

So. Ich such mal weiter, ob ich irgendein Brenn-Programm finde, dass unter Vista läuft, meinen Brenner erkennt und bedienbar ist.

Microsoft’s Songsmith wird viral.

16. Februar 2009 von kaestner

Songsmith ist ein Programm von Microsoft, dass man als umgedrehtes Karaoke bezeichnen kann.
Man singt etwas und das Programm hinterlegt die passende Musik dazu.
(Vorstellungsvideo auf der MS-Seite)

Im Netz kursieren bereits eine Vielzahl an (viralen?) Videos, die sich jedoch nicht ganz an diese Vorgehensweise halten. Statt selber zu singen, nahmen die Macher andere Quellen, die Songsmith dann musikalisch untermalte:

Die Gesangsspur von Original-Liedern


(mehr auf youtube)

Oder noch abgedrehter:
Aktienkurse & Arbeitslosenquoten als Melodie

Werbung auf youTube effizient?

24. Januar 2009 von kaestner

Lohnt sich Werbung auf youTube? Also diese beiden Videos hätten bei mir zu einem direkten Kauf geführt (Tatsächlich endeten beide in Geschenken in meiner Familie)

Koosh Ball – das witzigste für einen Abend mit Freunden

Elmo – das Witzigste für Kleine Kinder (und alle Erwachsenen drum rum)

Der Größte = der Beste?

14. Januar 2009 von kaestner

Der Größte muss auch der Beste sein.

oder

Der Größte steht für eine gewisse Zuverlässigkeit.

Das denken sicher viele Menschen, wenn sie sich für ein Produkt oder einen Geschäftspartner entscheiden müssen. Das versuchen Firmen zu suggerieren, die bei jeder Gelegenheit als Verkaufsargument betonen, dass sie die Größten, die Umsatzstärksten, die Verbreitesten sind.

Aber gilt das heute überhaupt noch?

Beim Lesen der heutigen Financial Times kann man da seine Zweifel bekommen:

Der größte Autohersteller (GM):
Kämpft ums nackte Überleben.

Die größte Bank der Welt (Citi):
Steht vor der Aufspaltung.

Der größte nordamerik. Telko-Hersteller (Nortel):
Zahlungsunfähig.

Die größte deutsche Bank (Deutsche Bank):
€ 3,9 Mrd Verlust und (durch die Post) teilverstaatlicht.

Es sind schwere Zeiten. Aber wer hätte vermutet, dass ausgerechnet „die Größten“ für die schlimmsten Schlagzeilen sorgen?

Welchen Wert hat es heutzutage also noch „der Größte“ zu sein?

1 Monat Vista…

14. Januar 2009 von kaestner

… und während den ganzen Ladezeiten spielte sich vor meinem inneren Auge immer und immer und immer wieder dieser Spot ab: